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Von ArcView 3.x nach  9.2

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 PlanzV für ArcGIS Desktop

Die Entwicklung von ArcView 3.x zu ArcView 9.2

Für die, die diese Seite schon kennen: Es gibt die folgenden aktuellen Ergänzungen (05.05.2008):

  • Für ArcView 9.2  gibt es inzwischen Service Pack 5. Die Anpassung der deutschen Benutzeroberfläche kommt in Kürze.

  • Komprimierung von farbigen Bildern mit der ArcGIS-Erweiterung TIFF-LZW ist kostenlos.

  •  Erweiterung "3D Analyst" und Daten des DGM5

Inhalt:
1.  ArcView 3.x
2.    ArcView 9.2
    a)  ArcView 9.2 ist keine verbesserte Version von ArcView 3.x
        sondern ein völlig neues Programm

    b)  Von der Datei-orientierten Datenhaltung zur Datenbank-orientierten Datenhaltung
3.  ArcView 3.x wird weiterentwickelt
4.  Die Erweiterungen für ArcView 3.x mussten für ArcView 9.2 neu programmiert werden.
    a)  Erweiterung "PlanzV für ArcGIS Desktop"
    b) 
Erweiterung "3D Analyst" und Daten des DGM5
 

1.    ArcView 3.x

Alle Kommunen, die ich beraten habe, haben sich als Kartenprogramm für ihr Kommunales GIS das Programm ArcView GIS der Fa. ESRI gekauft. Mit dem Programm können die Daten der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) sehr gut genutzt werden. Es gibt zwei Konvertierungsprogramme, die die ALK-Daten aus dem EDBS-Format, in dem sie den Kommunen von der Vermessungs- und Katasterverwaltung geliefert werden, in das Shape-Format von ArcView umsetzen, eins von der Fa. IP Syscon, Hannover (früher: Infraplan,  Celle) und eins von der Fa. GeoVal, Bremen. Die beiden Programme können auch die Fortschreibungsdaten verarbeiten, so dass die Kommunen ihren ALK-Datenbestand ständig aktuell halten können.

Das Programm ArcView nutze ich zur Zeit mit deutscher Benutzeroberfläche in der Version 3.2a. Die Erweiterung „CAD-Reader“, die zu dieser Version gehört, kann bereits Dateien im Format von AutoCAD 2000 (sog. dwg-Dateien) lesen. Ich weiß nicht, ob Sie schon alle diese Version benutzen. Das Update von 3.1 nach 3.2 war kostenpflichtig. Zur Version 3.2a kommt man kostenlos durch ein Service Pack, dass man sich von den Internetseiten der Fa. ESRI herunterladen kann. Inzwischen ist auch eine Version 3.3 verfügbar. Bei ESRI hat man mir vom Kauf abgeraten. Für meine Zwecke bringe die Version nichts.

2.    ArcView 9.2

Nun gibt es von der Fa. ESRI die neue Version ArcView 9.2. Angefangen habe ich mit der Version 8.1., die am 08.02.2002 geliefert wurde. Inzwischen bin ich bei Version 9.2, Service Pack 5.  Das SP5 musste ich mir aus dem Internet herunterladen. Mit der deutschen Benutzeroberfläche ist in Kürze zu rechnen (Stand 05.05.2008). Die neuen Fähigkeiten kann man sich auf den Internetseiten von ESRI USA schon ansehen.

Was bedeutet der Wechsel von ArcView 3.x zu ArcView 8.1 bzw. jetzt 9.2?

Um das herauszufinden, war ich im Juli 2001 auf der Internationalen Benutzerkonferenz der Fa. ESRI in San Diego, Kalifornien (mit mehr als 10.000 Teilnehmern). Anschließend habe ich am Firmensitz von ESRI in Redlands, in der Nähe von Los Angeles, an einen zweitägigen Kurs „Migrating from ArcView GIS 3.x to ArcView 8“ („Wandern von ArcView GIS 3.x nach ArcView 8“) teilgenommen.  Folgende Punkte sind für uns wichtig:

a)  ArcView 9.2 ist keine verbesserte Version von ArcView 3.x sondern ein völlig neues Programm

Die Bezeichnung „ArcView 9.2“ ist eigentlich irreführend; denn ein Programm ArcView 9.2 gibt es gar nicht. Unter der Bezeichnung ArcGIS Desktop gibt es  3 völlig neue Programme: ArcMap, ArcCatalog und ArcToolbox. Mit diesen 3 Programmen arbeitet der Benutzer.

Die Bezeichnungen „ArcView“ und „ArcInfo“ hat die Fa. ESRI anscheinend beibehalten, um den bisherigen Benutzern dieser Programme den gefühlsmäßig wahrscheinlich schwierigen Übergang zu den neuen Programmen zu erleichtern. Mit „ArcView“ und „ArcInfo“ sowie zusätzlich „ArcEditor“ wird in Zukunft nur noch ein unterschiedlicher Funktionsumfang der 3 Programme ArcMap, ArcCatalog und ArcToolbox bezeichnet. ArcEditor kann mehr als ArcView und ArcInfo kann mehr als ArcEditor. Wer in Zukunft mit ArcView, ArcEditor oder ArcInfo arbeitet, arbeitet immer mit denselben 3 Programmen ArcMap, ArcCatalog und ArcToolbox. In diesen Programmen stehen aber unterschiedlich viele Funktionen zur Verfügung. Ich fürchte, das Ganze führt eher zur Verwirrung als zu einem leichteren Übergang.

Die Fa. ESRI hat also ihre gesamte Desktop-Software neu programmiert! Dabei hat sie die Microsoft’s Component Object Model (COM) Technologie benutzt. Deshalb fügen sich die 3 neuen Programme nahtlos in die Windows- und Office-Umgebung ein. Das vereinfacht die Nutzung der Programme. Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen, nicht nur nach den 2 Tagen in Redlands, sondern auch nachdem ich mich hier in den letzten Jahren in die 3 neuen Programme eingearbeitet habe.

b)  Von der Datei-orientierten Datenhaltung zur Datenbank-orientierten Datenhaltung

Die wohl wichtigste Neuerung, die der Übergang von ArcView 3.x / ArcInfo 7 zu ArcGIS 9.2 mit sich bringt, ist die veränderte Datenhaltung. Ich bleibe hier bei ArcView 3.x. Das Programm speichert die geographischen Daten im Shape-Format. Praktisch heisst das: Zu jedem Datenbestand gibt es mehrere Dateien mit gleichem Namen, aber unterschiedlicher Dateierweiterung, z. B. für die Polygone der Gemeinbedarfsflächen in einem Flächennutzungsplan: gemeinbedarf.shp, gemeinbedarf.shx, gemeinbedarf.dbf, gemeinbedarf.avl. Die Geometrie der Polygone ist in den beiden ersten Dateien abgespeichert, die Attributtabelle in der dbf-Datei (d. h. dBase-Format), Legendeninformationen in der avl-Datei. Weitere Dateien sind möglich. Bei einem Flächennutzungsplan kommen wir leicht auf über 100 Dateien. Das meine ich mit „Datei-orientierter Datenhaltung“: Die Daten sind in einer Vielzahl von Dateien gespeichert. Das bringt eine Menge Probleme mit sich, insbesondere wenn man die Daten austauscht, wie wir mit unseren Kunden. Wünschenswert wäre, dass die Daten alle in einer Datei abgespeichert sind.

Das bringt der Übergang zur „Datenbank-orientierten Datenhaltung“. Die Daten werden in einer relationalen Datenbank-Datei gespeichert und mit einem relationalen Datenbankverwaltungsprogramm genutzt. Innerhalb der Datenbank-Datei werden die Daten in Tabellen abgelegt. Wer schon mal mit dem Programm „Access“ von Microsoft gearbeitet hat, kennt das. ESRI nennt die Datenbank-Datei, in der die geographischen Daten gespeichert werden, „Geodatabase“. Die innere Struktur dieser Datenbank-Datei und die Funktionen für ihre Nutzung hat ESRI für ArcGIS neu entwickelt. Es wird unterschieden zwischen einer „personal geodatabase“ und einer „multiuser geodatabase“. Die „personal geodatabase“ ist eine für den einzelnen Arbeitsplatz konzipierte Lösung. Die Datenbank-Datei wird mit dem Programm „Access“ verwaltet. Die „multiuser geodatabase“ ist für die Nutzung durch eine Vielzahl von Anwendern konzipiert. Zur Verwaltung der Datenbank-Dateien können die großen relationalen Dantenbankverwaltungsprogramme genutzt werden, wie SQL-Server von Microsoft, Oracle8i Spacial von Oracle oder DB2 Universal Database (UDB) von IBM.

Praktisch heißt das: Alle Daten der ALK oder eines Flächennutzungsplans werden in einer Datenbank-Datei gespeichert. Wie groß diese Dateien werden, muss sich noch zeigen. Bei einer „multiuser geodatabase“ dürfte es keine Probleme geben. Die Datenbankprogramme, die diese Dateien verwalten, sind auf sehr große Datenbestände ausgelegt. Mit der „personal geodatebase“, d. h. einer Access-Datei, müssen wir noch Erfahrungen sammeln.

Die Datenhaltung in einer relationalen Datenbank-Datei hat viele Vorteile, nicht nur die Zusammenfassung der Daten in einer Datei. Ich werde darüber berichten, wenn wir Erfahrungen mit der „geodatabase“ gesammelt haben.  Leider ist noch nichts passiert. Es läuft noch alles mit Dateien im shape-Format. Das ist auch 6 Jahre nach dem Start der Geodatabase noch so (Stand: 05.05.2008).

Als Neuestes (ab 9.2.) gibt es eine "File-Geodatabase" (dateibasierte Geodatabase), die wieder mit einer Dateistruktur arbeitet, wie das Shape-Format. Mal sehen, ob die sich durchsetzt.  Bisher habe ich damit keine Erfahrungen.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Mit ArcView 9.2 können alle vorhandenen Daten, die bisher mit ArcView 3.x genutzt werden, weiter genutzt werden, d. h. nicht nur angesehen, sondern auch geändert werden. Die Dateiformate werden weiter unterstützt. Die „Geodatabase“ bietet nur eine zusätzliche neue, verbesserte Möglichkeit der Datenhaltung.

3.  ArcView 3.x wird weiterentwickelt

Die große Zahl von Anwendern des Programms ArcView 3.x wird von der Fa. ESRI nicht im Stich gelassen. Das zumindest verkündet ESRI überall. ArcView 3.x wird weiterentwickelt. Die englische Version 3.3 wird bereits ausgeliefert, auch in Deutschland. ESRI Deutschland arbeitet noch an der Deutschen Benutzeroberfläche. Das Programm wird natürlich auch weiter verkauft und unterstützt. Für uns bedeutet das: Für die „Wanderung“ nach ArcView 9.1 besteht keine Eile. Wir können das in Ruhe vorbereiten. Aus meiner heutigen Sicht macht der Wechsel erst Sinn, wenn uns die ALKIS-Daten des Liegenschaftskatasters zur Verfügung stehen. Denn dann brauchen wir die Datenhaltung in einer relationalen Datenbank. Die können wir sinnvoller Weise nur mit ArcView 9.1 verwirklichen.

4.  Die Erweiterungen für ArcView 3.x mussten für ArcView 8.x/9.x neu programmiert werden.

Für ArcView 3.x gibt es eine Vielzahl von Erweiterungen. Wir nutzen davon die Erweiterungen ArcPress und „PlanzeichenVO“ von ESRI selbst, den ALK/ATKIS Reader von GeoVal und die ALK-Erweiterung mit der ALB-Schnittstelle von IP Syscon.

Die Wahl der Software-Architektur von Microsoft hat zur Folge, dass Anpassungen und Erweiterungen von ArcView in Zukunft nicht mehr mit der Programmsprache Avenue programmiert werden können, sondern mit VBA (Visual Basic for Applications), das bereits in die Office-Produkte von Microsoft integriert ist. Praktisch heißt das: Die bisherigen Erweiterungen für ArcView 3.x (z. B. 3 D-Analyst, ArcPress) können mit ArcView 9.1 nicht mehr genutzt werden. Es gibt auch keine einfache Konvertierung. Die Erweiterungen müssen alle mit VBA neu programmiert werden. Soweit ich sehen kann, ist das inzwischen geschehen. Die Erweiterungen der Fa. IP Syscon stehen für ArcView 9.1 zur Verfügung.

a)  Erweiterung "PlanzV für ArcGIS Desktop"

Für uns war interessant, was aus der Erweiterung „PlanzV" von ESRI wird, mit der man Bauleitpläne mit den Planzeichen der Planzeichenverordnung 1990 (PlanzV 90) zeichnen kann. Hier die gute Nachricht: Diese Erweiterung steht inzwischen für ArcView 9.2 zur Verfügung.  Bezeichnung "PlanzV für ArcGIS Desktop". Sie wurde von der Fa. IP Syscon entwickelt. Ich habe die erste Version 1.0 für ArcView 8.3 bereits  im Nov. 2002 erhalten. Zu meinen Erfahrungen siehe die gesonderte Seite!

Ich habe bisher außerdem die Erweiterung TIFF/LZW für die "verlustfreie" Komprimierung von farbigen Plänen (true colour) im TIFF-Format genutzt. Die Erweiterung musste gesondert erworben werden. Das ist inzwischen entfallen, weil die Urheberrechte an der Komprimierung ausgelaufen sind. Die LZW-Komprimierung ist jetzt Bestandteil des Programmpakets von ArcView 9.2.

b)  Erweiterung "3D Analyst" und Daten des DGM5

Die Erweiterung "3D Analyst" habe ich im April 2006 erworben. Mit dem 3D Analyst habe ich endlich eine Software gefunden, mit der man die Daten des digitalen Geländehöhenmodells (DGM5) nutzen kann. Die Kommunen können die Daten von der LGN in verschiedenen Formaten zu sehr günstigen Bedingungen beziehen.  Sie zahlen nur den Bereitstellungsaufwand.

Seit einiger Zeit iefert die LGN die DGM5-Daten bereits im shape-Format oder im dxf-Format. Zuständig bei der LGN ist Herr Schönemeier (Tel.: 05 11 / 6 46 09-323). Die Daten im shape-Format und im dxf-Format kann man direkt als Layer in ein Map-Dokument einfügen, ohne komplizierte Konvertierung. Aus den Layern mit den Punktinformationen (12,5 m-Raster) und den Strukturinformationen (3D-Linien)  lässt sich eine Visualisierung des Geländes mit einem TIN erzeugen. Auf das TIN lassen sich Karten (Raster- und Vektorgraphik) oder die DOPs legen. Es ergibt sich eine tolle Veranschaulichung der Geländeverhältnisse. Daneben bietet der 3D Analyst weitere Möglichkeiten, die Geländeverhältnisse zu analysieren. Mehr dazu auf der Seite "DGM 5 und 3D Analyst".

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Stand: 15.02.2015